bild_004.jpg

Schon von weitem sieht man das neue Wahrzeichen des kleinen Orts Bleibach im Südschwarzwald: Ein fast 34 m hoher, dreieckiger Turm in Holzbauweise ragt dort in den Himmel.

Als separater Campanile ergänzt er die Pfarrkirche St. Georg daneben, dient ihr als Glockenturm und Besuchern zudem als Aussichtsturm. Ein gleichseitiges Dreieck mit einer Seitenlänge von knapp 6,60 m bildet den Grundriss. Er leitet sich zum einen von dem ebenfalls dreieckigen Grundriss des benachbarten Kirchenschiffes aus den 1970er Jahren ab, zum anderen symbolisiert das Dreieck aber auch die Dreifaltigkeit im christlichen Glauben. Außenwände aus Brettsperrholz formen den Dreikant mit einseitig in die Höhe gezogener Spitze. Treppenläufe, Podeste und die Decke für die Aussichtsebene des Turms bestehen ebenfalls aus Brettsperrholz. Die hohe Steifigkeit der Holzelemente und ihr räumliches Zusammenwirken ermöglichen es, die dynamischen Lasten aus den schwingenden Glocken, die im oberen Turmdrittel untergebracht sind, aufzunehmen und abzutragen.
Für die Fassade und die Dachflächen wählten die Architekten eine Schalung aus acetyliertem, das heißt chemisch modifiziertem Holz namens Accoya, das als besonders widerstandsfähig gegen Witterungseinflüsse sowie holzzerstörende Pilze und Insekten gilt. Die Bretter der Fassadenschalung sind vertikal angeordnet. Horizontale Metall-Leisten gliedern den Turm optisch in Stockwerke. Daneben dient der Turmhelm diversen Vogel- und Fledermausarten als Nistmöglichkeit.

Architektur: WerkGruppe1, Gutach-Bleibach im Breisgau
Tragwerksplanung: Ingenieurbüro Wirth Haker, Freiburg im Breisgau
Prüfstatik: Blaß & Eberhart, Karlsruhe
Ausführung (Holzbau): Holzbau Baumer, Simonswald
Brandschutz: Brandschutzconsult, Ettenheim
Lieferung Weißtannen-Brettsperrholz/Brettschichtholz: Schilliger Bois SAS, Volgelsheim (Frankreich / Elsaß)
Hersteller Accoya: Titan Wood Limited, London

 

Links zu Artikeln mit vielen weiteren Fotos:

https://www.architektur3.de/projekte/kirchturm-bleibach/

https://ing-wh.de/glockenturm-bleibach/

 

Fotos: Werkgruppe 1