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Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung am 01.10.2021 in Breitnau (Schwarzwald) wurde MdB Klaus Mack, bisher Bürgermeister von Bad Wildbad im Nordschwarzwald, zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Er tritt die Nachfolge von Waldbauer und MdL aD Karl Rombach an, der 6 Jahre lang die Geschicke des ehrenamtlich geführten Forums erfolgreich geleitet hatte und nun altersbedingt diese Aufgabe weitergibt.

Auch die 15-köpfige Vorstandschaft wurde neu gewählt und an drei Stellen neu besetzt.

Bild: Die neu gewählte Vorstandschaft mit Mitarbeiterin der Geschäftstelle im Innenhof der Seniorenresidenz "Sonnenhöhe" in Breitnau.

 

 

In der sehr gut besuchten Mitgliederversammlung, die traditionell im Rahmen einer Tannentagung abgehalten wird, konnte Forums-Geschäftsführer Kurt Weber von vielseitigen und umfassenden Aktivitäten berichten.[...]

Für das nächste Jahr kündigte Geschäftsführer Weber zum 25.-jährige Bestehen des Forums eine mehrtägige Tannentagung vom 23. bis 25. September 2022 in Gengenbach an. Hier sollen unter dem Tagungsthema „Vom Baum zum Haus“ Waldbesitzer, Holzfachleute, Architekten und Planer sowie der Endverbraucher alles von und um die Weißtanne, ihr Holz und deren Verwendung erfahren.

Zum Jubiläum ist auch eine Neuauflage des mittlerweile vergriffenen Magazins „Faszination Weißtanne“ vorgesehen.

Die Tagung, die unter dem Thema „Weißtanne – Stabilisator unserer Wälder und des modernen Holzbaus“ stand, begann dieses Mal im Wald.

Vorstandsmitglied Forstdirektor Uli Hayn, Leiter des Forst BW-Bezirks Hochschwarzwald führte vormittags die Teilnehmer in den Wald von St. Märgen. Hayn, ein ausgeprägter Tannen-Experte, wies zunächst daraufhin, dass im Deutschen Wald die Weißtanne ohne menschlichen Einfluß mit rd 10 % die häufigste Nadelbaumart wäre. Während Fichte und Kiefer durch den menschlichen Einfluss stark erhöht wurden, ging die Weißtanne durch eine nicht tannengerechte Waldwirtschaft, vor allem durch Kahlschläge, dramatisch auf einen Anteil von unter 2 % in Deutschland zurück. Jahrzehntelange überhöhte Wildbestände waren ebenso ein gravierender negativer Faktor.

Trotz immenser Anstrengungen konnte der Tannen-Anteil in den letzten 40 Jahren nicht gesteigert, sondern nur gehalten werden. Ein Schub für die Tanne wird durch den Klimawandel erwartet. Zwar hat auch die Tanne in den Trockenjahren 2017-2020 gelitten, aber längst nicht so stark wie die Fichte. Und dies nur in den für die Tanne ungünstigen unteren und mittleren Lagen. Über 800 m Meereshöhe ist die Tannenwelt noch in Ordnung.

Hayn beleuchtete auch die wirtschaftliche und klimastabilisierende Funktion der Weißtanne. Obwohl die Tanne eine stärkere Qualitätsstreuung wie die Fichte hat, entsprechen die wirtschaftlichen Erträge aufgrund des hohen Zuwachses und geringer Fäuleanteile denen der Fichte, bei guten Tannenqualitäten liegen sie sogar darüber. Auch bei der CO²-Bindung ist die Tanne der Fichte überlegen.

Zum Abschluss der Exkursion resümierte Uli Hayn, dass die Tanne eine Baumart ist, mit der ökologische, betriebswirtschaftliche, aber auch aktuelle gesellschaftliche Ansprüche der Waldwirtschaft optimal zu erfüllen sind.

Die Fachvorträge fanden nachmittags in der mit viel Weißtanne gebauten Seniorenresidenz „Sonnenhöhe“ in Breitnau statt.

Das Projekt wurde von Bauträger Michael Ganter, Architekt Klaus Schweizer und Holzbauingeneur Benedikt Ganter vorgestellt. Und es beeindruckte einmal mehr, was alles mit Holz möglich ist und auch realsiert wird. Das gesteigerte Umweltbewusstsein und die Sensibilität für einen nachhaltigen und gesunden Baustoff haben sicherlich den vielbeachteten und notwendigen Aufschwung für das Holz gebracht. Einen ganz entscheidenden Beitrag liefern dabei aber auch Holzbauingeneure, die sich zunehmend nach dem schweizerischen und österreichischen Vorbild auch in Baden-Württemberg etablieren konnten. Die Zeiten, in denen früher oft holzfremde Architekten, Bauherren und Gemeinden mit dem Totschlagargument „Mit Holz geht das nicht“ den Schneid abkaufen konnten, sind vorbei. Viele moderen Holzbauten in der Region beweisen das Gegenteil.

Die lebhafte Versammlungsdiskussion zeigte aber leider auch einen aktuellen Wermutstropfen auf: Die deutlich überhöhten Bauholzpreise gefährden aktuell den Holzbauboom. Das dürfe nicht passieren, so die Teilnehmer der Versammlung.

Ingesamt konnte der neue Vorstandsvorsitzende des Forums, Klaus Mack, ein erfolgreiches Resume der Tagung ziehen: „Die Regionalität des Baustoffs wird künftig eine immer größere Rolle spielen. Der Wald und das Holz haben hier beste Voraussetzungen“.

 

>> Pressebericht in der Badischen Bauernzeitung

>> Pressebericht im Holz Zentralblatt